Nachfolgeregelung/Unternehmenskauf

Artikel erschienen im
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im Juli/August 2009

Eigenkapitalspritzen erleichtern Kaufpreisfinanzierung

Fördermittel und Direktbeteiligung als mögliche Lösungen für die Firmennachfolge

Zahlreiche Unternehmen sind jährlich von einem Generationswechsel betroffen. Etwa 71.000, so sagt eine Studie des Institutes für Mittelstandsforschung (IfM). Dabei sind zunehmend kleinere Unternehmen davon betroffen, dass Eigentümer altersbedingt ausscheiden oder auch sich neu orientieren. Wer es nicht familienintern vererben kann, bemüht sich um Käufer. In über 45 Prozent der Nachfolgeregelungen, so die IfM-Studie, wird ein Verkauf an-gestrebt oder die inzwischen bewährte Alternative des Management-Buy-In (MBI) bzw. -Buy-Out (MBO) gewählt.

Bei letzteren Varianten übernehmen Mitglieder des eigenen bzw. eines fremden Managements das Eigentum an dem Unternehmen. Ein zentrales Problem ist hier in vielen Fällen die Finanzierungsfrage des Kaufpreises. Liegt dieser über den Möglichkeiten einer bankenabhängigen Finanzierung, beispielsweise bei Finanzierungen im siebenstelligen Bereich, bieten sich Beteiligungslösungen unter Einbezug von öffentlichen Instituten an. Charme dieser möglichen Lösung ist im Einzelfall eine neutrale Beteiligung ohne bedeutende Mitspracherechte, im Gegensatz zu gelegentlich vorzufindenden Lösungen mit Private Equity Unter-nehmen.

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Organisatorisch wird hierzu, vereinfacht formuliert, eine gesonderte Gesellschaft zur Finanzierung des Kaufpreises (sog. NewCo) gegründet, die operative Tätigkeit wird von einer operational company weiterhin vorgenommen. Unabhängig von der organisatorischen Lösung, die hier nicht im Detail besprochen werden soll, beteiligen sich die Institute wie die NRW Bank mit unterschiedlichen Finanzierungsprodukten an derartigen Finanzierungen. Diese sind i.d.R. eine Teillösung, ergänzt um Eigenkapitalanteile und Bankenfinanzierungen.

Mittelstandsfonds

Der Mittelstandsfonds der NRW-Bank ist eine individuelle Finanzierungslösung in Form von Stillen Beteiligungen oder Genussrechten für etablierte, mittelständische Wachstumsunter-nehmen, für die ein Nachfolger benötigt wird. Eine Stellung von Sicherheiten ist auf diese Weise nicht nötig, zudem hat man die Möglichkeit der Kombination mit anderen Förderprogrammen. Voraussetzung für diese Förderquelle ist allerdings, dass das Altunternehmen ein Geschäftsmodell sowie eine attraktive

Technologie- oder Wettbewerbsposition vorweisen kann und keine aktuellen wirtschaftlichen Probleme hat. Ist dies der Fall, können Mittel aus dem Mittelstandsfonds beantragt werden. Die Förderhöhe bewegt sich zwischen ei-ner und sieben Millionen Euro, wobei die Eigenkapitalquote vor dem Investment mindestens zehn Prozent betragen muss. Da es sich um Mittel der Landesbank dreht, muss der Sitz des Unternehmens zudem zwingend in Nordrhein-Westfalen liegen.

Direktbeteiligung

Alternativ erwägt die NRW-Bank die Möglichkeit, sich direkt an mittelständischen und jungen technologieorientierten Unternehmen zu beteiligen und Eigenkapital in verschiedenen Formen zur Verfügung zu stellen. Dabei erwirbt die Bank direkt Anteile in eigenem Namen, entweder mit oder ohne gesellschaftsrechtliche

Beteiligung (stille Beteiligung). Möglich ist auch eine Beteiligung der Bank für einen befristeten Zeitraum durch Kombination mit der Vereinbarung eines zeitlich und konditionsmäßig festgelegten Andienungsrechts (Put-Option). Auf diese Weise wird bereits zu Beginn der Beteiligung das Ende für den Investor festgelegt.

Genussrechtsprogramm

Ein weiteres Förderprogramm für eine Nachfolgeregelung bietet auch die KfW-Mittelstandsbank. Das Genussrechtsprogramm der KfW soll die Eigenkapitalbasis von kleinen und mittle-ren Unternehmen (z.B. die NewCo im Rahmen einer Nachfolgeregelung)

stärken. Dabei werden umsatzstabile Unternehmen in Deutschland gefördert, die ein positives Ergebnis und Potenzial zu Wachstum aufzuweisen haben. Die Höchstförderung aus dem Genussrechts-programm beläuft sich auf fünf Millionen Euro, die Laufzeit beträgt sieben Jahre.

Förderungsarten für eine Unternehmensnachfolge im Überblick

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